Mit dieser Übersicht soll die historische Entwicklung der Versammlungsstättenverordnung beschrieben werden. Die an dieser Stelle aufgeführten Daten und Ereignisse stellen nur Eckdaten dar.

1879 München Ortspolizeiliche Vorschriften über die Feuerpolizei in Theatern

1881 Wien Brand des Wiener Burgtheaters

1909 Polizeiverordnung über die baulichen Anlagen, die innere Einrichtung und den Betrieb von Theatern, öffentlichen Veranstaltungsräumen und Zirkusanlagen (Theaterverordnung); Änderungen 1918, 1921, 1925 und 1935

1939 Erlass des preußischen Finanzministers: Bauvorschriften der Polizeiverordnung vom 06. April 1909 sind im Einzelfall an die Anforderungen für besondere Arten von Gebäuden zu stellen

1944 Überarbeitetes Muster mit insgesamt 131 Paragraphen in allen Teilen des „Deutschen Reiches“ eingeführt werden

1945 nach Kriegsende gilt die Verordnung in den einzelnen Ländern weiter und wird bei Baugenehmigungsverfahren als Richtlinie mit herangezogen

1951 Beschluss des Normenausschuss Bauwesen: Die Bestimmungen für Theater, Lichtspieltheater, Versammlungsstätten und ähnliche bauliche Anliegen sind in einer Norm zusammenzufassen: DIN 18 600 (Versammlungsstätten)

1960 Die Fachkommission Bauaufsicht der ARGBAU beauftragt einen Arbeitskreis, den Inhalt der Norm zu prüfen und festzustellen, ob die Norm durch die Landesbauordnungen eingeführt werden sollen

1961 Norm wird als „Gelbdruck“ veröffentlicht

1969 Musterentwurf der Fachkommission Bauaufsicht mit der Empfehlung an die Länder der Bundesrepublik, diesen Entwurf einzuführen

1969 Bayern erlässt eine Versammlungsstättenverordnung auf Grundlage des Musterentwurfs, Berlin folgt unmittelbar.

1970 folgen Hessen und Nordrhein-Westfalen der Umsetzungsempfehlung

1971 Versammlungsstättenverordnungen nach Muster in Schleswig-Holstein, kurz drauf (1972) in Rheinland-Pfalz

1974 Baden-Württemberg mit eigener VStättV nach Musterentwurf

1978 Niedersachsen zieht nach, kurze Zeit später (1979) das Saarland. Bremen und Hamburg erlassen keine Verordnung oder Richtlinie, es wird jeweils der Musterentwurf als Arbeitsgrundlage herangezogen

1978 Die Fachkommission Bauaufsicht beauftragt den Arbeitskreis „Versammlungsstätten“ (ab 1980 Arbeitskreis „Sonderbauten“) eine Musterverordnung mit anderen Sonderbauverordnungen (Gaststättenbauverordnung, Garagenverordnung …) sowie dem Ziel der Angleichung, Vereinfachung und Straffung zu erarbeiten.

1982 „Fliegende Bauten“ sollen aus dem neuen Entwurf herausgenommen werden.

985 Die Fachkommission Bauaufsicht bildet die Projektgruppe „Versammlungsstätten“
Die beteiligten Bundesverbände und andere Institutionen werden gebeten zum Musterentwurf der Versammlungsstättenverordnung Stellung zu nehmen. Bis zum 31. August 1989 gehen 16 Stellungnahmen ein, die Auswertung erfolgt bis Ende 1992.

1990 Erlass der Verwaltungsvorschrift VVBauO in dessen Anhang Nr. 52 .11 – 1.3 die Richtlinie über den Bau und Betrieb von Versammlungsstätten aufgeführt ist (Entwurf Muster Versammlungsstättenverordnung -Fassung Januar 1989). Diese Richtlinie gilt in den fünf neuen Bundesländern.

1994 Die Fachkommission Bauaufsicht setze eine neue Projektgruppe „Muster-Versammlungsstätten-Verordnung“ ein. Diese soll den Entwurf im Hinblick auf die politischen Ziele einer Reduzierung von Normen und Standards nochmals überarbeiten. Es folgt eine bundesweite Anhörung und anschließend die Auswertung der Stellungnahmen.

2002 Veröffentlichung der Musterversammlungsstättenverordnung

2005 Veröffentlichung eines überarbeiteten Musterentwurfs (MVStättV 2005)

2007 Veröffentlichung einer überarbeiteten Richtlinie für den Bau und Betrieb Fliegender Bauten